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Die Vietnamesische Community

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Der vorliegende Artikel befasst sich mit dem Thema der vietnamesischen Community in München. Die Community besteht aus zahlreichen Gruppierungen der Vietnamesen. Die Fragen, wie sich Strukturen, Funktionen der vietnamesischen Community in München beschreiben lassen und wie diese Community die Integration der Vietnamesen  beeinflusst, stehen im Vordergrund.

Die Daten wurden durch Leitfadeninterviews mit fünf Expertinnen und Experten erhoben. Dazu wurde die Methodik Experteninterview und teilnehmende Beobachtung angewandt. Das Untersuchungsfeld ist die Landeshauptstadt München des Bundeslandes Bayern, wo 5.174 Vietnamesen Ende Dezember 2009 lebten. Mit diesem Artikel möchte ich ein Bild der Lebenssituation von Vietnamesen in München zeichnen, wobei es sich um alltägliche Aktivitäten, Schwierigkeiten und ihre Integration in die deutsche Gesellschaft handelt. Abgesehen von der Beschreibung der nach Migrationsgründen aufgeteilten Gruppen fokussiert dieser Artikel nur die Beschreibung von Vereinen, Frauenselbsthilfegruppen, religiösen Vereinigungen in München und Internet- Foren, an denen sich Vietnamesinnen und Vietnamesen mit unterschiedlichen Migrationsgründen beteiligen.

Der Anstoß zu diesem Thema ergibt sich zum einen aus meiner eigenen Migrationsbiographie. Ich bin in einer Familie mit Migrationserfahrungen und unterschiedlichen Migrationsgründen aufgewachsen und bin eine seit fünf Jahren in München lebende Studentin. In meinem vietnamesischen Umfeld  erlebe ich weiterhin das Praktizieren bzw. das Bedürfnis nach Bewahrung der vietnamesischen Kultur in Deutschland, d.h. der traditionellen Lebensgewohnheiten, insbesondere Esskultur, Familienkultur, Feierkultur, etc. Darüber hinaus erfahre ich in diesem  sozialen Umfeld die Probleme, u.a. mit der deutschen Sprache, Fremdenfeindlichkeit, Integrationsprobleme, psychische Belastungen wie Heimweh, Einsamkeit, Zukunftsangst, Zugehörigkeitsgefühl, etc. Deswegen interessiere ich mich für die Erforschung eines Integrationsmodells, wobei sowohl aufnahmelandspezifische, als auch herkunftslandspezifische Faktoren als Ressourcen der Migranten für ihre erfolgreiche Integration in die deutsche Gesellschaft angesehen werden.

Zum anderen entstand die Motivation aufgrund meiner Arbeit einer Beratungsstelle für Frauen aus außereuropäischen Ländern. Bei der Beratungsstelle habe ich die Gelegenheit, viele Vietnamesinnen mit verschiedenen Migrationsmotivationen kennenzulernen und ihnen bei der Bewältigung vielfältiger Probleme zu helfen, nämlich bei Behördengängen, Kindererziehungsproblemen, Familienkonflikten, psychischen Belastungen, Schulden, Gesundheitsproblemen und anderen alltäglichen Problemen. Für die professionelle Gestaltung eines lösungs- und ressourcenorientierten Hilfeplans wird Case Management als Arbeitsmethode angewendet, wobei die Analyse sozialer Ressourcen bzw.  sozialer Netzwerke von AdressatInnen besonders zu berücksichtigen ist, u.a. Verwandtenkreise, Bekanntenkreise, ethnische Selbsthilfegruppen, Vereine, etc. Um sich mit vietnamesischen AdressatInnen zu befassen bzw. mit vietnamesischen Organisationen in München zusammenarbeiten zu können, benötigt man einen Überblick über die vietnamesische Community.

Diesier Artikel ist in mehrere Teile gegliedert, um die Problematik der Vietnamesischen Community in Deutschland aufzuzeigen. Im ersten Teil gehe ich auf  das Konzept „ethnische Kolonie“ von Friedrich Heckmann ein, um relevante Begriffe zu definieren und die Strukturelemente, Funktionen der ethnischen Kolonie vorzustellen. Anschließend werden die Integrationstheorien von Hartmut Esser und Auffassungen von Friedrich Heckmann bzw. das Integrationskonzept der Landeshauptstadt München kurz erwähnt, um die Bedeutung und Wirkungen der ethnischen Community auf den Integrationsprozess von Migranten herauszustellen. Auf diesen theoretischen Grundlagen habe ich die Leitinterviewfragen entwickelt.

Im Anschluss daran befasst sich der zweite Teil mit dem Überblick über die Migrationsgeschichte der vietnamesischen Gruppierungen in Deutschland. Im dritten Teil wird die Methode Experteninterview vorgestellt, die ich für die Datenerhebung angewendet habe. Im vierten Teil folgt die Beschreibung der vietnamesischen Community in München anhand von der aus Interviews erhobenen Daten, Literatur und Websites. Im fünften Teil dieses Themas "Vietnam Community" wird eine grobe Einschätzung der Funktionen und des Einflusses der vietnamesischen Community getroffen. Zum Schluss werden die Ergebnisse der Untersuchung und Folgerung für die Sozialarbeit mit AdressatInnen mit vietnamesischem Hintergrund kurz zusammengefasst und Anregungen für Weiteruntersuchungen gegeben, die sich mit vietnamesischen Migranten befassen.

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei allen vietnamesischen Expertinnen und Experten bedanken, ebenso bei den Verantwortlichen zahlreicher Vereinen und Organisationen.

Die Ergebnisse dieses Artikels könnten als Anregung für die Sozialarbeit mit vietnamesischen AdressatInnen im heutigen Kontext der interkulturellen Öffnung betrachtet werden. Eine tiefere Beschäftigung mit den spezifischen Problemfeldern und dem Integrationsniveau von Vietnamesen erfordert ausführlichere Studien.

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Funktionen und Einfluss der vietnamesischen Community

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Zuerst gehe ich in einer kurzen Beschreibung auf die Schwierigkeiten der Vietnamesen in München ein. In Bezug auf diese Schwierigkeiten erläutere ich die Funktionen und den Einfluss der vietnamesischen Community in folgenden Punkten:

  • Neueinwandererhilfe
  • Stabilisierung der Persönlichkeit
  • Selbsthilfe
  • Sozialisation
  • Übergangsinstitution der Integration in die deutsche Gesellschaft

Schwierigkeiten der Vietnamesen in München

In den Interviews mit fünf Experten wurden folgenden Probleme bzw. Schwierigkeiten der Vietnamesen in ihrem Alltagsleben betont:

- Das Problem mit der deutschen Sprache einschließlich der Schwierigkeiten beim Kontakt mit den deutschen Behörden und bei der Bürokratie:

„Viele Vietnamesen haben das deutsche Sprachproblem. Sie haben auch Schwierigkeiten in Bezug auf Verwaltung, Behördengänge. Manche Leute nehmen sich einen Rechtsanwalt. Die anderen wenden sich an soziale Organisationen […]“ (Interview)

„[…] Manche Vietnamesen in der Gemeinde haben auch Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Allerdings wird ihnen von ihren Familienangehörigen geholfen[…]“ (Interview)

- Diskriminierung am Arbeitsplatz mangels der Deutschkenntnisse :

„ Die Vietnamesen haben aufgrund mangelhafter Deutschkenntnisse Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche. Manche wurden von Arbeitsgebern nicht eingestellt. Manche wurden von den Kollegen verachtet. Manche wurden in der Arbeit grundlos beschimpft. Viele wurden gedrängt, einen gekürzten Arbeitslohn zu akzeptieren  […]“ (Interview 2)

„ Es besteht Diskriminierung in der Arbeit bzw. sprachliche Missverständnisse. Falls ein Problem entsteht, können manche vietnamesischen Mitarbeiter dieses nicht erklären bzw. keine entsprechende Lösung finden. Sie wurden auch von ihren Kollegen mangels Beherrschung der deutschen Sprache gequält. Ihre Sprachkenntnisse sind nicht ausreichend, um andere Kollegen zu überzeugen. Die Sprachdifferenz führt zur Meinungsverschiedenheiten […].“ (Interview)

- Kindererziehungsproblem und Eheproblem:

„ Mir ist aufgefallen, dass eines der Probleme in den vietnamesischen Familien die problematische Eltern-Kind Beziehung ist. Die Kinder wurden hier geboren und besuchen deutsche Schulen. Sie werden überwiegend von der deutschen Kultur beeinflusst. Diejenigen Familien, die nur innerhalb des vietnamesischen Kulturkreises haften bleiben, haben Kindererziehungsprobleme.“ (Interview 1)

„[…] Der Kindererziehungsstil der Vietnamesen ist auch problematisch, z.B. die Kindererziehung in der Pubertät. Manche Eltern verstehen ihre heranwachsenden Kinder nicht mehr. Ein weiteres Problem ist die Berufsorientierung. Die Vietnamesen schätzen nur Berufe wie Arzt, Lehrer, Anwalt etc. Die Eltern wollen deshalb, dass ihre Kinder Medizin oder Jura studieren. Sie übersehen andere Kompetenzen ihrer Kinder.“ (Interview).

Die oben zitierten Erzählungen der Experten nennen die Schwierigkeiten bzw. Probleme und die Art und Weise der Problembewältigung der Vietnamesen. Bei sprachlichen Problemen wenden die Vietnamesen sich zuerst an ihre Kinder, Verwandten, dann an Freunde und Bekannte. „[…] Sie gehen selten in soziale Organisationen, weil sie nur wenig Deutsch sprechen können und sehr zurückhaltend sind“ sagte die Leiterin der Frauengruppe.

Wenn es um ein Eheproblem geht, gibt es die Möglichkeit „Erleiden“, wie die Besitzerin Asia Markt Trudering erzählte:“ Beispielsweise hat ein Ehepartner miteinander gestritten und es wurde sogar geschlagen. Eine Vietnamesin soll ein solches Problem runterschlucken und erleiden. Wenn sie ihren Freunden davon erzählt wird, raten diese ihr auch, dass sie ihre Situation erleiden soll, um die ganze Familie zusammenzuhalten. Somit können die Kinder immer beide Elternteile haben.“

Bei Verspottung, Einschüchterung oder Verdrängung bzw. Lohnkürzung in den deutschen oder anderen ausländischen Unternehmen wurde keine Lösung seitens der betroffenen Vietnamesen angegeben. Dazu sagte der Vorsitzende des vietnamesischen Musik-und Theatervereins: „Diese Probleme gehören zum Leben sowohl von Vietnamesen, als auch von anderen Ausländern in München. […] Ebenso gehört Konkurrenz zum Arbeitsleben. Man soll Selbstbewusstsein haben […].“

Die Fragen, wie die Vietnamesen Selbstbewusstsein bilden können, wie sie ihre Probleme bewältigen können, bei denen ihre Familienangehörigen nicht helfen können und/oder für die ihre Familienangehörigen selbst die Ursachen sind, lassen sich durch  Funktion und Auswirkung der vietnamesischen Community beantworten.

Neueinwandererhilfe für die Vietnamesen

Wie im ersten Kapitel erwähnt, befinden sich die Neuzuwanderer sich zuerst in der sogenannten „Einwanderergesellschaft“. Die vietnamesische „Einwanderergesellschaft“ wurde von den Experten mit dem Merkmal der Anpassung der beiden Kulturkreise wie folgt beschrieben:

„Der Lebensstil der Vietnamesen in München stellt sich sehr unterschiedlich dar.[…]. Er ist nicht total traditionell […]. Es besteht eine Anpassung zwischen den beiden Gesellschaften. Zwar ist die hier erscheinende vietnamesische Kultur nicht identisch mit der traditionellen vietnamesischen, aber sie erscheint mehr oder weniger in jedem Lebensbereich in dieser Gesellschaft“ (Interview)

„[…] das Denken der hier lebenden Vietnamesen wird auch von der deutschen Kultur bzw. Gesellschaft beeinflusst, nämlich bezüglich Zukunftsvorsorge, Urlaubsreisen etc. […]. “ (Interview)

Die vielfältigen Angebote bzw. Aktivitäten der vietnamesischen Gruppierungen, die im vierten Kapitel beschrieben wurden, machen die vietnamesische „Einwanderergesellschaft“ aus. Sie trägt zur Minderung des Kulturschocks von Neuzuwanderern bei. Zum einen haben die Neuzuwanderer die Möglichkeit, vietnamesische Kulturwerte zu beleben, wie Musik- und Kulturveranstaltungen, muttersprachiges Praktizieren der Religion, heimatliche Lebensmittel und Arbeitsangebote. Zum anderen bekommen die Neuzuwanderer von ihren bereits lange hier lebenden Landsleuten durch Gruppentreffen, Austausch, gesellige Zusammenkünfte etc. hilfreiche Ratschläge und die nötige Unterstützungen, um mit der neuen Umgebung bzw. Aufnahmegesellschaft zurechtzukommen. Wie im obigen  Abschnitt erwähnt, wenden sich die Vietnamesen sehr oft an ihre Freunde, Bekannte und Landsleute, wenn sie Hilfe brauchen.

Nun bleibt noch die Frage, wann und wie die Neuzuwanderer die Grenze der Einwanderergesellschaft überschreiten können, um ohne Barriere in die Aufnahmegesellschaft einzutreten.

Stabilisierung der Persönlichkeit

Wie im theoretischen Kapitel erwähnt, werden  Migrantenvereine zwecks der Befriedigung spezifischer Migrantenbedürfnisse nach Solidarität und Geselligkeit gegründet, um die psychischen Belastungen zu erleichtern. Zwei der oben beschriebenen Schwierigkeiten der Vietnamesen sind die deutsche Sprache und die Zurückhaltung. Diese Probleme werden teilweise beseitigt, indem sie an geselligen Aktivitäten der Vereine oder Gruppen teilnehmen, wobei sie ihr Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein wieder finden. Auf die Frage nach Veränderung der Mitglieder nach der Teilnahme an Aktivitäten der Vereine antworteten die Experten wie folgt:

„Im Verein gibt es keine Differenzierung zwischen Vietnamesen in Bezug auf Abstammung, Alter, politische Richtung. Die Vietnamesen, die anfangs aufgrund ihrer Komplexe zurückhaltend waren, können nach häufigerer Teilnahme an den Aktivitäten des Vereins ihre Schüchternheit überwinden. Statt der Zurückhaltung herrscht vietnamesische Liebenswürdigkeit im Verein. […]. Wenn die vietnamesischen Kinder auf der Bühne auftreten, werden sich ihr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl entfalten. Dadurch können sie sich besser in die Gesellschaft integrieren. Dieses wurde vom Kulturreferat sehr geschätzt […].“ (Interview )

„Im Frauendeutschkurs fragen bzw. sprechen die Vietnamesinnen ohne Zurückhaltung Deutsch, weil sie alle Frauen im fast gleichen Alter sind. […]. Ihr Vorurteil, wobei es um die Schwierigkeit beim Erlernen der deutschen Sprache im hohen Alter geht, wird aufgegeben. […]“ (Interview)

Selbsthilfe für die Vietnamesen

Durch die Teilnahme an vielfältigen geselligen Aktivitäten der vietnamesischen Gruppierungen erhalten die Vietnamesen voneinander hilfreiche Informationen, um sich im Alltagsleben in München zurechtzufinden. Somit erfüllen diese Gruppierungen die Selbsthilfefunktion innerhalb der vietnamesischen Community. Außerdem konkretisiert sich diese Selbsthilfefunktion durch die Ratschläge bzw. Unterstützung der Vietnamesen untereinander, wie in den vorigen Abschnitten erwähnt.

Die Leiterin der Frauengruppe fasst die Selbsthilfeleistungen zusammen, nämlich Deutschkenntnisse, alltägliches Orientierungswissen, sportliche und gesundheitliche Erfahrungen: „[…] Sie lernen Deutsch im Frauendeutschkurs, um mehr über Deutschland zu wissen, um sich über die Schul- und Berufsbildung ihrer Kinder zu orientieren und um das deutsche Sozialsystem zu begreifen […]. Es gibt große Veränderungen bei Frauen. Ihr Deutsch verbessert sich. Sie verbringen mehr Zeit beim Deutschlernen. Sie treffen sich öfter, um sich auszutauschen. Bei Treffen der Frauengruppe haben sie die Möglichkeit, sich vorübergehend von der Hausarbeit bzw. von den Familien zu befreien, um mit ihren Freundinnen etwas zu unternehmen. Durch Austausch lernen sie viel voneinander, insbesondere Lebenserfahrung im sportlichen und gesundheitlichen Bereich“.

Sozialisation in der vietnamesischen Community

Die Sozialisationsfunktion der vietnamesischen Community kennzeichnet sich zum einen durch Vereinsziele bezüglich der Überlieferung der vietnamesischen Kulturwerte an die nachkommenden Generationen, die hier geboren und aufgewachsen sind. Die Migranten in der zweiten Generation haben die Möglichkeit, die vietnamesischen Sprachkurse zu besuchen, an vietnamesischen kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen, um ihre  Abstammung nicht zu vergessen. Der Vorsitzende des vietnamesischen Musik-und Theatervereins erzählte:“ […] Bei manchen Aufführungen gab es auch  über sechsjährige Kinder, die gut in der vietnamesischen Sprache gesungen haben. Dies beeindruckt uns sehr stark.“

Zum anderen  ist die Sozialisation der vietnamesischen Frauen hervorzuheben. Diese verbringen  meist ihre Zeit mit Familienangehörigen und Hausarbeit und haben  kaum Zeit für ihre eigenen Bedürfnisse bzw. Interessen. Die Frauendeutschkurse bzw. Frauentreffen ermöglichen Vietnamesinnen, sich für kurze Zeit von familienbezogenen Aufgaben zu befreien. Sie lernen mit Interesse Deutsch. Sie unternehmen am Ende jedes Kurses etwas zusammen, z.B. Ausflüge in die Natur oder Besuch eines Museums etc.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Sozialisation in beiden Richtungen stattfindet: Einerseits lernen die vietnamesischen Kinder und Jugendlichen die vietnamesische Kultur im Rahmen von vietnamesischen Sprachkursen und vietnamesischen Kulturveranstaltungen kennen. Andererseits lernen vietnamesische Frauen/Mütter die deutsche Kultur durch die deutschen Sprachkurse, Ausflüge, kulturelle Aktivitäten kennen.

Übergangsinstitution für Integration in die deutschen Gesellschaft

Laut Definition der Landeshauptstadt München ist Integration ein wechselseitiger Prozess. Das bedeutet aufseiten der Vietnamesen die Integration in die deutsche Gesellschaft, aufseiten der deutschen Gesellschaft die Anerkennung der vietnamesischen Migranten mit ihren Interessen und Bedürfnissen sowie Kompetenzen. Als interkulturelle Brücke tragen die vietnamesischen Vereine bzw. Gruppen sowohl zur individuellen Integration der Vietnamesen bei, als auch zum interkulturellen Verständnis der deutschen Bevölkerung bzw. der deutschen Organisationen, Institutionen, Stadtverwaltung im Rahmen der interkulturellen Orientierung bzw. Öffnung der Landeshauptstadt München.

Aktualisiert ( Montag, den 27. Juni 2011 um 20:52 Uhr ) Weiterlesen...
 

Die vietnamesische Community in München

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Wohngebiete der Vietnamesen in München

Die im ersten Kapitel erwähnte These, dass die ethnische Kolonie nicht unbedingt mit separierten Wohnbezirken verbunden ist. Dies  spiegelt sich in  der Communityentwicklung der Vietnamesen in München wider. Laut Statistischem Stadtamt München waren bis Ende Dezember 2009 etwa 5100 vietnamesisch-stämmige Mitbürger in München ansässig. Ihr Wohngebiet erstreckt sich über alle Stadtteile Münchens. Besonders hohe vietnamesisch-stämmige Einwohnerzahlen sind in Ramersdorf - Perlach (778 vietnamesisch-stämmige Einwohner), Milbertshofen - Am Hart (588 vietnamesisch-stämmige Einwohner) und Feldmoching - Hasenbergl (403 vietnamesisch-stämmige Einwohner).

Abbildung: Anzahl der vietnamesisch-stämmigen Bevölkerung in den Stadtbezirken München

wohnbezirke_vietnamsesen_muenchen

Quelle: Angabe des Statistischen Stadtsamts München Ende Dezember 2009

Zwar leben die Vietnamesen konzentriert in den angegebenen Stadtbezirken, aber sie nehmen an Aktivitäten unterschiedlicher vietnamesischer Gruppierungen teil, die sich in verschiedenen Stadtbezirken befinden. Ausführlich befassen sich damit die weiteren Teile dieses Kapitels.

Verwandtschaftssystem und Kettenwanderung der Vietnam Community

Wie im vorherigen Artikel beschrieben, sind die Vietnamesen aus unterschiedlichen Gründen bzw. auf verschiedenen Wegen nach Deutschland gekommen. Im Rückblick auf den geschichtlichen Kontext zwischen den 60er Jahren bis zur Wendezeit befand sich die Stadt München in der alten Bundesrepublik Deutschland. In München wurden die vietnamesischen Bootsflüchtlinge seit November 1978 aufgenommen. Sie und ihre nachgezogenen Familienangehörigen machten die damaligen Gruppierungen der Vietnamflüchtlinge aus. Nach der Wende bis jetzt sind viele ehemaligen Vertragsarbeiter und ihre Familienangehörigen, Asylbewerber, Studierende und andere vietnamesische Migranten nach München zugezogen. Sie gründeten auch verschiedene Gruppen, die sich an ihren migrationsbezogenen Bedürfnissen und Interessen orientieren. Heute besteht die vietnamesische Community in München nicht nur aus ehemaligen vietnamesischen „Boat - People“, sondern auch aus anderen Menschen aus Vietnam mit unterschiedlichen Migrationsgründen.

Auf die Frage nach dem Migrationsgrund der Mitglieder antwortete der Vorsitzende des vietnamesischen Musik-und Theatervereins: „[…] Manche sind die ehemaligen Studierenden der 70er-Jahre. Manche sind die ehemaligen Boat-People und deren nachgezogenen Familienangehörigen. Manche sind nach dem Berliner Mauerfall aus Osteuropa hier her gekommen. Manche sind Studenten von Universitäten und Hochschulen in München“ (Interview). Auf dieselbe Frage gaben die anderen Interviewpartner  ähnliche Antworten: Die Vietnamesen ihrer Vereine oder ihrer Gruppen seien die damaligen „Boat-  People“, die ehemaligen Vertragsarbeiter in der damaligen DDR und im damaligen Ostblock, nachgezogene Familienangehörige, Asylbewerber, Heiratsmigranten und Studenten direkt aus Vietnam.

Aktualisiert ( Montag, den 27. Juni 2011 um 20:52 Uhr ) Weiterlesen...
 

München - Vietnam Community kurz gefasst

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Die Vietnamesen in München sind Migranten mit unterschiedlichen Migrationsgründen, nämlich ehemalige Bootsflüchtlinge und ihre nachgezogenen Familienangehörigen, ehemalige Vertragsarbeiter der DDR und ihre nachgezogenen Familienangehörigen, Asylbewerber, Studierende, Heiratsmigranten und andere. Viele davon haben einen gesicherten und/oder dauerhaften Aufenthalt in Deutschland. Sie wohnen in allen Stadtteilen der Stadt München, besonders konzentriert in Ramersdorf - Perlach, Milbertshofen - Am Hart, Feldmoching - Hasenbergl. Sie beteiligen sich freiwillig an Aktivitäten der vietnamesischen Community, die sich an ihren migrationsbezogenen Interessen und Bedürfnissen orientieren und in unterschiedlichen Stadtteilen stattfinden. Zu den Interessen und Bedürfnissen zählen die vietnamesische Geselligkeit, die traditionellen Feiern, das Praktizieren der Religion, die Erhaltung und Weitergabe der vietnamesischen Kulturwerte sowie die alltägliche Orientierung bzw. Existenz in der deutschen Gesellschaft.

Die Schwierigkeiten bzw. Probleme der Vietnamesen in München umfassen hauptsächlich die deutschen Sprachkenntnisse, Diskriminierung am Arbeitsplatz sowie Kindererziehungs- und Familienprobleme. Diese Probleme gehen meist auf mangelhafte Deutschkenntnisse und eine Verfestigung des traditionellen vietnamesischen Familienlebens zurück. Bei Schwierigkeiten wenden die Vietnamesen sich zuerst an ihren Verwandten, dann an Freunde oder Bekannte. Sie sehen die Annahme der Hilfsangebote außervietnamesischer sozialer Organisationen als letzte Lösungsalternative an, weil sie ihren Deutschkenntnissen im Umgang mit deutschsprachigen sozialen Organisationen nicht trauen.

Zu den Stärken der Vietnamesen gehören Eigenschaften wie Ehrgeiz, Fleiß, hohe Arbeitsmotivation, Flexibilität, Geschick, die nicht nur in einer Industriegesellschaft, sondern auch in einer kontinuierlich sich verändernden Umwelt nützlich sind. Es kommt häufig vor, dass ein Vietnamese, der einer ehemaligen Vertragsarbeiter und Arbeitnehmer war, zum Geschäftsführer eines Textilladens oder eines Lebensmittelladens geworden ist. Es kommt auch häufig vor, dass vietnamesische Kinder als erfolgreiche Kinder mit Migrationshintergrund anerkannt werden, weil sie gute Schulleistungen an Gymnasien schaffen können. Der Spruch „Einmal Unterschicht, immer Unterschicht“ gilt nicht für vietnamesische Migranten in Deutschland.

Allerdings besteht ein schwacher Zusammenhalt innerhalb der vietnamesischen Community in München. Dieses könnte als eine der Schwächen der Community angesehen werden, weil es zu Konflikten innerhalb der Community führte und weiterhin führen kann. Infolgedessen erfahren die Vietnamesen manchmal auch eine sozusagen innervietnamesische Diskriminierung, wie die Distanzierung zwischen den ehemaligen „Boat-People“ und nordvietnamesischen Migranten: „[…] sie kann sich nicht mit uns befreunden.“ (Interview). Diese Schwäche wirkt sich überwiegend auf Aktivitäten der gesamten vietnamesischen Community aus.

Aufgrund der ähnlichen Interessen, Bedürfnisse und Kompetenzen der vietnamesischen Migranten wurde eine Reihe von Vereinen, Vereinigungen, Gruppen, Begegnungsstätten und Geschäften gegründet, die die Vielfalt der vietnamesischen Community ausmachen. Dazu zählen fünf wichtige Säulen: Religionsvereinigungen, Politikgruppen, Kulturvereine bzw. Kulturgruppen, (Frauen)Selbsthilfegruppen und Geschäfte.

Aktualisiert ( Montag, den 27. Juni 2011 um 20:51 Uhr ) Weiterlesen...
 

Vietnamesen in Deutschland

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Vietnamesische Kinder in DeutschlandBis Ende 2009 lebten in Deutschland rund 84 400 Vietnamesen mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 13,5 Jahren; die Hälfte davon hat den zeitlich unbefristeten Aufenthaltsstatus. In Bezug auf den Zeitpunkt der Einwanderung in Deutschland bzw. den gesicherten Aufenthalt haben die Vietnamesen eine langfristige Migrationsgeschichte, die besondere Bedeutung für die Entstehung  bzw. die Entwicklung von vietnamesischen Communities in Deutschland hat.

In die DDR sind Vietnamesen bereits von den 50er Jahren bis Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts zur beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie zur Arbeit eingereist. Die meisten von ihnen waren Vertragsarbeiter, Lehrlinge und Studenten. Bis Ende der 80er Jahre waren mehr als 60.000 Vietnamesen als die größte Ausländergruppe in der DDR.

In die BRD migrierten zuerst in den 60er Jahren die vietnamesischen Studierenden auf der Basis von Stipendien und sie blieben später als anerkannte Asylbewerber. Zwischen den 70er- und 80er Jahren begannen die Auswanderungsströme der sogenannten vietnamesischen „Boat - People“ aus Südvietnam und ihrer Familienangehörigen, die als Kontingentflüchtlinge in der BRD aufgenommen wurden. Bis Ende 1984 gab es etwa 38.000 vietnamesische Bootsflüchtlinge einschließlich ihrer Familienangehörigen in der BRD.

Nach der Wende sind viele vietnamesische VertragsarbeiterInnen aus dem Ostblock, vor allem aus der ehemaligen Tschechoslowakei, aus der Sowjetunion und aus Polen, als Asylbewerber in die vereinte Bundesrepublik gekommen.

Infolge der Politik außenpolitischer „Öffnung“ Vietnams kommen heute viele junge Vietnamesen nach Deutschland zum Studieren. Bis 2009 besuchten ca. 3.700 vietnamesische Studenten die deutschen Hochschulen und Universitäten. Nach dem Abschluss ihres Studiums bekommen ausländische Studenten eine einjährige Aufenthaltserlaubnis, um  auf dem deutschen Arbeitsmarkt einen dem Studienabschluss angemessenen Arbeitsplatz zu suchen. Wenn ein dem Abschluss angemessener Arbeitsplatz gefunden wird und die Bundesagentur für Arbeit zustimmt, erhalten die Absolventen eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Erwerbstätigkeit.

Bereits lange in Deutschland mit gesichertem Daueraufenthaltsstatus lebende Vietnamesen reisen nach Vietnam, um eine Ehe zu schließen. Weiterhin kommen viele Vietnamesen im Rahmen des Familiennachzugs gemäß §§27- 36 AufenthG hierher. Bis 2009 hatte knapp ein Viertel der vietnamesischen Bevölkerung in Deutschland die Aufenthaltserlaubnis wegen familiärer Gründe (laut Statistischem Bundesamt Ende 2009 genau 22 338).

Es lässt sich durch die oben erwähnte Migrationsgeschichte feststellen, dass Kettenwanderung aufgrund von  Verwandtschaft eine häufige Migrationsform der vietnamesischen Einwanderer in Deutschland ist. Diese Migrationsform findet sich in allen vietnamesischen Einwanderergruppen, von „Boat - People“ bis Vertragsarbeiter- und Asylbewerbergruppe. Im Folgenden wird auf die allgemeine Beschreibung der drei bekannten vietnamesischen Einwanderergruppen im Hinblick auf Migrationskontext und die aufenthaltsrechtlichen Voraussetzungen eingegangen.

Author: Diem Quynh Le

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Quellennachweise

Ausländerbeirat der Landeshauptstadt München, 2008. Zuwanderungsgesetz, S.14ff, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 2009. Ausländerzahlen 2009. S.85, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 2009. Ausländerzahlen 2009, S.85, Raendchen, Oliver, 2000. Vietnamesen in der DDR. Ein Rückblick, S.4, Wolf, Bernd, 2007. Die vietnamesische Diaspora in Deutschland, S.4, Internet: www.wissenschaft-weltoffen.de/daten/1/2/3.

Aktualisiert ( Montag, den 27. Juni 2011 um 20:54 Uhr )
 

Vietnamesische Asylsuchende

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Infolge des Zusammenbruchs des sozialistischen Systems im Ostblock reisten meist ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter Anfang der 90er - Jahre in die vereinte BRD ein, um einen Asylantrag zu stellen. Andere Vietnamesen reisten aus Vietnam mit dem Flugzeug in die osteuropäischen Länder ein und kamen über die grüne Grenze in die BRD. Sie stellten Asylantrag in der Hoffnung, in der BRD bleiben zu dürfen. Nur wenige Asylbewerber wurden als politische Flüchtlinge anerkannt. Die abgelehnten Asylbewerber erhielten jedoch einen de-facto Status der Duldung aufgrund unzumutbarer Rückkehr in ihre Heimat, weil vietnamesische Behörden damals die Ausstellung eines Einreisevisums für Vietnam bzw. die Wiederaufnahme verweigerten. Diese Duldung ist aber kein gesicherter Aufenthaltsstatus. Im Jahr 1995 unterzeichneten die BRD und die SRV das Rückübernahmeabkommen, wobei es sich um die Wiederaufnahme von ausreisepflichtigen Vietnamesen durch die SRV und um die Rückkehrhilfe durch die BRD handelt. Infolgedessen wurden bis ins Jahr 2000 etwa 10.000 Vietnamesen in ihre Heimat zurück gebracht.

Aktualisiert ( Montag, den 27. Juni 2011 um 20:53 Uhr ) Weiterlesen...
 

Vietnamesische Vertragsarbeiter

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Nach dem Krieg befand sich Vietnam in der Wirtschaftskrise mit einer hohen Arbeitslosenquote, Lebensmittelknappheit, Materialmangel, Auslandsschulden etc. Seitens der DDR wurden in den 80er Jahren  aus befreundeten Staaten Arbeitskräfte angeworben, um den Arbeitskräftemangel auszugleichen und die Produktion zu erhöhen. In diesem Kontext wurden das „Abkommen über die zeitweilige Beschäftigung und die Qualifizierung vietnamesischer Werktätiger in Betrieben der DDR“ am 11.04.1980 und die Neufassung am 01.07.1987 von der DDR und der Sozialistischen Republik Vietnam (SRV) unterzeichnet. Infolgedessen kamen vietnamesische Vertragsarbeiter in die DDR. Anfangs waren es ehemalige Soldaten, Nachkommen von Widerstandskämpfern, junge Soldaten-Witwen und später andere Vietnamesen aus fast allen sozialen Schichten.

Die im Abkommen geregelte Beschäftigungsdauer betrug  zunächst 4 Jahre, ab 1987 fünf Jahre. Der Arbeitsvertrag konnte vorzeitig vom jeweiligen Betrieb, mit Zustimmung des Staatssekretariats für Arbeit und Löhne und der vietnamesischen Botschaft in der DDR, gekündigt werden, wenn es Verstöße gegen die Strafgesetze der DDR, gegen das Bürgerrecht, gegen die Heimordnung gab oder wenn dauerhafte Arbeitsunfähigkeit, Schwangerschaft, etc. bestanden. Die Vertragsarbeiter erfüllten durch den monatlichen Beitrag von 12% ihres Lohnes die Verpflichtung zum „Aufbau und Schutz der Heimat“. Jährlich durften sie ihren Familien in Vietnam sechs Warenpakete zollfrei zuschicken, z.B. maximal zwei Mopeds, fünf Fahrräder, zwei Nähmaschinen, 150 Meter Stoff und 100 kg Zucker.

Aktualisiert ( Montag, den 27. Juni 2011 um 20:54 Uhr ) Weiterlesen...
 

Vietnamesische Boat-People

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Mit der Unterzeichnung des „Abkommens Paris“ 1973 zog die US-Armee sich aus Vietnam zurück. Im April 1975 endete der Vietnam-Krieg durch die bedingungslose Kapitulation der Republik Südvietnam. Infolgedessen verließen die Elite, Militärangehörige und Beamte der südvietnamesischen Regierung das Land. Die neu gewählte Nationalversammlung des vereinten Vietnam beschloss am 02.07.1976 den einheitlichen Staatsnamen „Sozialistische Republik Vietnam“, die von der sozialistischen Partei regiert wurde. Nach Kriegsende fand die Eingliederung des Südens in die Planwirtschaft und das zentralisierte Verwaltungssystem des Nordens statt. Die Folgen des Kriegs führten Vietnam in eine gravierende Wirtschaftskrise.

Zwischen Ende der 70er – und Ende der 80er Jahren flüchteten Vietnamesen aus wirtschaftlichen und/oder politischen Gründen auf kleinen Fischerbooten über das Südchinesische Meer ins Ausland. Die Überlebenden dieser Fahrten wurden in Auffanglager der asiatischen Nachbarländer gebracht und warteten auf die Aufnahme in  Drittstaaten im Rahmen des Hilfsprogramms des UNHCR (Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen). Ein Teil davon wurde als Kontingentflüchtlinge auf Grundlage des Gesetzes über Maßnahmen im Rahmen humanitärer Hilfsaktionen 1980 aufgenommen und kam in die BRD. Andere „Boat-People“ wurden von Sonderschiffen auf dem Meer gerettet und direkt in die BRD gebracht. „Cap Anamur“ war eines der wichtigsten Rettungsschiffe aus dieser Zeit, vor allem für die damaligen vietnamesischen „Boat - People“.

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Humanitäre Hilfe für Vietnam

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Hilfe für "Agent Orange" -Opfer in Vietnam

Kriege...
Mehr als ein Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze, auf dem Land sogar die Hälfte. Gerade in ländlichen Gebieten und in den Bergregionen ist die Gesundheitsversorgung besonders schlecht.
Durch den großflächigen Einsatz der chemischen Waffen wie Napalm oder dem Entlaubungsmittel "Agent Orange" sind zum Teil bis heute irreparable ökologische Schäden entstanden.




Noch über 30 Jahre nach Kriegsende in Vietnam leiden viele Menschen an den Folgen des chemischen Entlaubungsmittels Agent Orange, tausende von Familien bringen schwer behinderte Kinder zur Welt.

Die Auswirkungen auf die Bevölkerung sind bis heute spürbar, es leiden etwa 700 000 Kinder unter Spätfolgen wie Missbildung oder Krebs. Außerdem besteht ständig die Gefahr, dass Bauern und spielende Kinder durch zurückbleibende Landminen und Blindgänger verletzt oder getötet werden. Die lebensgefährlichen Verletzungen gehören in sofortige Behandlungen, aber besonders in den ländlichen Gegenden sind nicht genügend Krankenhäuser und Gesundheitsstationen vorhanden und die vorhandenen sind somit für viele nur schwer erreichbar. Erste Hilfe kann deshalb oftmals nur unzureichend oder gar nicht geleistet werden. Viele Menschen sterben schon aufgrund der langen und beschwerlichen Transportwege.



Auch andere dort alltägliche Krankheiten führen durch den Mangel an Versorgungsmöglichkeiten häufig zum Tode, wie etwa Magen- und Darminfektionen, Fieber, das von der Anophelesmücke übertragen wird, akute Atemwegerkrankungen und Hautausschläge, sowie Parasietosen und Hepatitis.



Die Krankenhäuser vor Ort verfügen oftmals nur über eine mangelhafte Grundausstattung der nötigsten medizinischen Gerätschaften und Medikamente. Auch fehlen Krankenwagen, um die Patienten zu transportieren. Die Patienten selber müssen oft ihre nur begrenzt vorhanden Nahrungsmittel oder Bekleidungstücke verkaufen, um für die notwendigen Krankenhauskosten aufkommen zu können.

Die medizinische Ausstattung in den Krankenhäusern und Ambulanzen ist häufig veraltet und nicht mehr zu gebrauchen, die Medikamente sind teilweise abgelaufen oder einfach nicht vorhanden. Den Menschen, die z. B. auf ein Röntgenbild angewiesen sind oder auch Frühgeburten hatten und einen Brutkasten benötigen kann ohne diese notwendigen Gerätschaften derzeit nur unzureichend geholfen werden.


Telefon: +49 (030) 55 49 05 45
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Aktualisiert ( Donnerstag, den 22. Juli 2010 um 19:59 Uhr )
 

Zertifikat Deutsch B1 für Ausländer

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In diesem Kapitel widmen wir denjenigen, die die deutsche Sprache erlernen wollen, um das Deutsch Zertifikat A2 oder Deutsch Zertifikat B1 zu erreichen. Wir möchten dabei besonders auf die Prüfungsteile eingehen, die für den Erhalt des Zertifikats Deutsch B1 von hoher Bedeutung sind. An dieser Stelle wollen wir zuerst denjenigen unseren Dank aussprechen, die uns in den letzten Wochen Tipps per E-Mails haben zukommen lassen, um uns zu überzeugen, wie wichtig die Rubrik „Deutsch-Test Zertifikat B1 für Ausländer“ ist.

Um das Deutsch Zertifikat B1 erreichen zu können, müssen Sie eine schriftliche Prüfung und eine mündliche bestanden haben:

Die schriftliche Prüfung des Zertifikat Deutsch B1 besteht aus 3 Teilen: Teil 1: Hören, Teil 2: Lesen, Teil 3: Schreiben

1. Teil „Hören“:

- Es können Gespräche, Meinungsäußerungen, Informationen aus dem Radio oder ein kurzes Telefongespräch sein. Sie haben 25 Minuten Zeit, um diese Nachricht anzuhören.

2. Teil „Lesen“:

- Sie lesen einen kurzen Artikel aus der Tageszeitung, einer Anzeige, einem Katalog, einer Broschüre oder einem formellen Brief und beantworten danach die gestellten Fragen. Dafür haben Sie 45 Minuten Zeit.

3. Teil „Schreiben“:

- Sie schreiben einen formellen Brief. Es kann beliebig irgendein Thema vorgegeben werden, z. B. ein Brief an die beste Freundin, an die Eltern, an die Ausländerbehörde usw. Sie haben hier 30 Minuten Zeit.

Prüfungsraum für B1 Deutsch ZertifikateDie mündliche Prüfung für Zertifkat Deutsch B1 treten Sie an, wenn Sie die schriftliche Prüfung bereits bestanden haben. Hier müssen Sie beweisen, dass Sie sich in der Alltagssituation mit anderen Menschen kommunizieren können. Das Thema wird vorgegeben. In der Regel haben Sie einen Gesprächspartner/In gegenüber sitzen und werden sich kurz vorstellen. Je nach dem, was Sie vorher für ein Thema gezogen haben, werden Sie dementsprechend ein Gesprächsthema ausführen. Hier haben Sie ca. 10 – 15 Minuten Zeit. Im Folgenden werden wir noch ausführlich auf die einzelnen Prüfungsteile eingehen:

I. Ausführliches zum Teil 1 „Hören“ der schriftlichen Prüfung "Deutsch Zertifikat B1"

Im Folgenden möchten wir genauer den Prüfungsteil „Hören“ des Deutsch Zertifikat B1 anschauen und hier besonders auf die wichtigsten Punkte dieser Prüfungsstoffe eingehen. Dabei werden wir Ihnen zu jedem Teil Lerntipps und nützliche Infos mitgeben, wie Sie am bestens diesen Prüfungsteil bewältigen können:

Schüler einer Sprachenschule für den  Deutschkurs B1Der Prüfungsteil „Hören“ besteht aus 4 Abschnitten. Insgesamt erhalten Sie 19 unterschiedliche kurze Texte zum Hören. Der Vorgang ist immer der Gleiche: Sie hören die Nummer der Aufgabe (z. B. Aufgabe Nummer 1, 2…) und haben danach etwas Zeit, um die Aufgabe zu durchzulesen. Dann hören Sie die Texte nur einmal. Die Texte können wie folgt vorkommen:

-        Sie hören vier kurze Gespräche (z. B. in der Schule, am Arbeitsplatz, beim Einkaufen,…). Sie erhalten hier 2 Aufgaben, die Sie mit RICHTIG oder FALSCH und a, b oder c ankreuzen müssen. (Zeit: ca. 5-7 Minuten)

-        Sie hören 4 kurze Texte (z. B. aus einem Telefongespräch, eine Durchsage am Bahnhof,…). Sie kreuzen a, b oder c an. (Zeit: ca. 3-4 Minuten)

-        Sie hören 5 kurze Texte aus dem Radio (z. B. eine Wettervorhersage, eine Verkehrsdurchsage, …). Sie kreuzen a, b oder c an. (Zeit: ca. 4-5 Minuten)

-        Sie hören unterschiedliche Stimmen von zwei oder 3 Personen zu einem bestimmten Thema. Sie beantworten anschließend die Fragen. (Zeit ca. 3-4 Minuten)

Tipps für den Prüfungsteil „Hören“:

- Lesen Sie die Aufgaben genau durch und achten Sie auf die Daten (z. B. Zahlen, Tage,…)

- Markieren Sie die wichtigen Wörter im Text

- Sie müssen nicht alle Wörter verstehen, sondern nur die Wichtigsten

- Kreuzen Sie trotzdem die Aufgabe an und lassen Sie es nicht leer, auch wenn Sie es nicht können.

Aktualisiert ( Samstag, den 11. September 2010 um 23:57 Uhr ) Weiterlesen...
 

Heirat & Eheschließung in Vietnam

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Eheschließung mit Braut und BräutigamUm eine Ehe in Vietnam schließen zu können, muss mindestens ein Partner seinen Wohnsitz oder einen gewöhnlichen Aufenthalt in Vietnam vorweisen können, d. h. er/sie muss in einer vietnamesischen Provinz angemeldet sein. Die Unterlagen für die Antragsstellung für die Heirat müssen generell in zweifacher Ausfertigung beim zuständigen Justizamt der entsprechenden Provinz eingereicht sein. Folgende Unterlagen (zweifacher Ausfertigung) werden von deutschen Staatsangehörigen abverlangt:


a) Eheschließungsantrag (kann jederzeit beim Justizamt (So Tu Phap) der jeweiligen Provinz gegen eine geringe Gebühr (rund je 15.000 Dong pro Antrag) abgeholt werden). Insgesamt müssen zwei Eheschließungsanträge ausfüllt werden.


b) Vorlage einer Meldebescheinigung oder einer eidesstattlichen Versicherung (Nachweis, dass man ledig ist. Diese Meldebescheinigung kann in Deutschland beim zuständigen Kreisverwaltungsreferat (KRV) oder Bürgeramt gegen eine geringe Gebühr (ca. 5 EUR beantragt werden). Bei dem vietnamesischen Partner kann die Meldebescheinigung beim zuständigen Volkskomitee (Uy Ban Nhan Dan) beantragt werden (kostenfrei).

c) Vorlage eines Ehefähigkeitszeugnisses (in manchen Fällen wird es von den deutschen Staatsangehörigen gefordert z. B. in Südvietnam. In Nordvietnam z. B. in Hanoi wird es wieder rum davon kein Gebrauch gemacht. Laut Informationen der Deutschen Botschaft in Vietnam kann das Ehefähigkeitszeugnis vor Ort nicht ausgestellt werden. Es ist daher ratsam, dieses Zeugnis bereits aus Deutschland mitzubringen oder sich vorher beim zuständigen Justizamt in Vietnam danach zu erkundigen.

d) Vorlage eines Gesundheitszeugnisses eines deutschen oder vietnamesischen Gesundheitsinstituts speziell für die Eheschließung in Vietnam. Falls das Gesundheitszeugnis in Deutschland vom Gesundheitsamt ausgestellt wird, muss es anschließend von dem jeweiligen Gesundheitsreferat beglaubigt werden. In dem Gesundheitszeugnis muss ersichtlich sein, dass vor allem bescheinigte Person aus Deutschland weder an Geschlechtskrankheiten z. B. Aids oder Geisteskrankheiten leidet.

Heiratsfeier mit Braut und Bräutigam in Vietnam

e) Beglaubigte Fotokopien des deutschen Reisepasses (zweifacher Ausfertigung), des vietnamesischen Visums.

f) Lebenslauf (auf einem Formular des Volkskomitee (Uy Ban Nhan Dan), wird in manchen Fällen nicht gebraucht. Man kann jedoch zur Sicherheit eine Skizze des Lebenslaufes zu Hausen anfertigen und mitnehmen.

g) Beglaubigte Fotokopie oder Original der Geburtsurkunde

h) Weitere Unterlagen werden benötigt:

+ bereits geschieden: Original oder beglaubigte Fotokopie des Scheidungsurteils und eventuell der früheren Heiratsurkunde.
+ bereits verwitwet: Original oder beglaubigte Fotokopie der Sterbeurkunde und eventuell Eheschließungsurkunde des früheren Ehepartners.

i) mind. 6 Passfotos

Aktualisiert ( Mittwoch, den 12. Mai 2010 um 21:57 Uhr ) Weiterlesen...
 

Familiennachzug nach Deutschland

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Gemäß dem Richtlinienumsetzungsgesetz vom August 2007 müssen alle Antragssteller, die zu ihrem in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Ehegatten oder Verlobten nachziehen wollen, Basiskenntnisse der deutschen Sprache nachweisen.

Vietnamesischer Familiennachzug nach Deutschland

Es existiert jedoch folgende Ausnahmen, die von dieser Regelung nicht betroffen sind:

  • Der Ehegatte ist in Deutschland als Asylberechtigter oder GFK-Flüchtling anerkannt und besitzt eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 1/2 oder § 26 Abs. 3 Aufenthaltsgesetz und die Ehe wurde vor der Ausreise des Ehepartners nach Deutschland geschlossen

  • Der Ehegatte oder Verlobter ist Staatsangehöriger der folgenden Länder wie Australien, Israel, Japan, Kanada, Südkorea, Neuseeland, der USA oder eines EU- bzw. EWR-Mitgliedsstaates

  • Der Antragsteller ist aufgrund einer schweren körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit bzw. Behinderung nicht in der Lage, die deutsche Sprache zu erlernen

  • Der Antragssteller verfügt bereits über eine Vorbildung aus Vietnam oder der Aufenthalt der der Bundesrepublik Deutschland ist nur von kurzer Dauer und bedarf somit keine Integration

  • Der Ehegatte kam als ausländischer Spezialist in die Bundesrepublik und verfügt über eine Aufenthaltsgenehmigung nach § 19, § 20 sowie § 21 Aufenthaltsgesetz und die Ehe wurde vor der Ausreise des Ehepartners nach Deutschland geschlossen

Falls die oben genannten Ausnahmen nicht zutreffen, so ist ein Nachweis der Basiskenntnisse der deutschen Sprache unverzichtbar. In der Regel benötigt der Antragsteller das Sprachzertifikat der Stufe A 1 ("START DEUTSCH 1"). Die Stufe A 1 besteht aus zwei Teilstufen A 1.1 und A 1.2. In dieser Stufe geht es darum, dass man einfache, tagtägliche Ausdrücke sowie Sätze versteht und in der Lage ist, diese anzuwenden. Dabei soll man sich und andere vorstellen können, aber auch Fragen an seine Mitmenschen stellen und darauf antworten.



Die Prüfung der Stufe A 1 besteht aus einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung. Die mündliche Prüfung wird nur zugelassen, wenn die schriftliche Prüfung mit mindestens 65 Punkten von insgesamt 100 erreicht wird. Das Zertifikat "A 1" wird nur anerkannt, wenn dieses vom Goethe-Institut Vietnam ausgestellt wird.

Falls Sie die Stufe A 1 bestanden haben, können Sie den Antrag auf Familiennachzug nach Deutschland bei der deutschen Botschaft in Vietnam stellen. Anbei finden Sie eine Liste der notwendigen Unterlagen, die von der deutschen Botschaft in Vietnam gefordert werden. Die Liste steht Ihnen hier als PDF-Datei zum Download zur Verfügung. [Checkliste für Visumantrag auf Familiennachzug nach Deutschland]

Weitere Orientierungshilfen zu diesem Thema, herausgegeben von der Deutschen Botschaft, können Sie hier durchlesen:

Antragsformulare zur Beantragung eines Visums können Sie hier herunterladen:

(Quelle: Deutsche Botschaft)

Aktualisiert ( Freitag, den 29. Januar 2010 um 17:05 Uhr ) Weiterlesen...
 
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